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Schlagwort: Arbeit

Unverfroren

Zwei Restaurants. Gegenüber. Man kennt sich.  

Was denkt sich jemand, der im einen Restaurant während der Arbeit beim klauen erwischt wird und des Ladens verwiesen wird und dann direkt in den Laden gegenüber geht und nach einem Job fragt? 

Zwischen erwischt werden und der Frage lagen keine 2 Minuten.  

Der „alte“ Chef kam zu uns auf die andere Straßenseite, um uns zu sagen, dass die werte Dame gerade bei ihm geflogen war.

Wie schmerzbefreit muss man sein, um so etwas zu bringen? 

Eigentlich…

Eigentlich habe ich gerade gar nichts zu sagen, da mein Kopf viel zu müde ist. Der Körper sowieso.Die Gedanken kreisen durch den Raum, der sich mein Kopf nennt und finden keinen gemeinsamen Nenner.
Die Twitter Timeline scrollt weiter und weiter. Für die noch nicht gesehen Artikel im Feedreader bin ich zu müde.
Es ist 4 Uhr 08. Um 9 Uhr Irgendwas klingelt der Wecker für einen Arbeitstag, der wahrscheinlich 14 Stunden haben wird und der hart werden wird.
Warum bin ich noch nicht im Bett?
Weil der Kopf noch viel zu wach ist. Wach, wirr, wo auch immer. Irgendwo.
Der heutige Arbeitstag war auch hart, in vielerlei Weise. Es ist gerade aber einfach auch zuviel, um es zu beschreiben. Jeden Tag nehme ich vor, etwas darüber zu schreiben, aber es geht einfach nicht, ich schaffe es nicht.
Zu platt, zu kaputt. der Kopf will einfach nicht mehr, die Finger sind zu müde.
Ich bin müde. Sehr müde.
Das Team verändert sich und das nicht zum Besseren. Differenzen, Dummheiten, Diskussionen. Alles zuviel, als das es mein Kopf nach Feierabend noch vernünftig „zu Papier“ bringen könnte.

Der Kopf, der gefühlt gerade sicher 10 Blogposts zum Thema „Arbeit“ schreiben könnte, verweigert immer genau dann die Arbeit, wenn man Ihn braucht. Wenn man Zeit hat.

Wäre es nicht viel schöner, von den schönen Aspekten seiner Arbeit zu schreiben? Von positivem Feedback der Gäste? Ja, wäre es, aber die Umstände lassen das im Moment nicht zu. Die negativen Aspekte überlagern im Moment alles. Alles. Auch das Leben an sich. Das Privatleben.

Ich bin müde.

Diese Tage…

Kein Mensch braucht sie. Kein Mensch will sie.Nur leider passieren sie. Überrumpeln Dich. Mit einer Dampfwalze.
Leise flüstert eine Stimme in Dein Ohr, dass auch so ein Tag zu Ende geht, aber Du hörst es kaum, da die Realität mit aller Macht in Dein rechtes Ohr brüllt und Du mit dem linken Ohr die Stimme des Kollegen hörst, der die nächsten Essen annonciert, die zu kochen sind,
Der Bondrucker spuckt die nächsten Tische aus, der Grill ist voll, der Herd ist voll. Lärm, Stress, zu viele Stimmen.
Du bist in Deiner eigenen Welt, funktionierst blind. Bis Du an den heissen Pfannengriff fasst und „Scheisse“ brüllst. Egal, weiter, der nächste Tisch ist abgerufen.
Der Kopf will nicht mehr, Herzschlag 180.

Feierabend.

Nur dumm, dass Kopf und Körper das noch lange nicht realisieren. Im Kopf immer noch zu viele Stimmen, der Körper auch immer noch im Speed-Modus.

Alltag.

Gestatten, Baron Münchhausen, Chef

Ich bin Koch und ich bin es gerne. Punkt.
Man fragt sich aber manchmal schon, warum man sich das antut.
Warum man den Stress, die Arbeitszeiten, die nicht gerade tolle Bezahlung in Kauf nimmt.

Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, etc.? Fehlanzeige in den meisten Fällen.

Klar, es gibt auch als Koch oder im Service Jobs, in denen es das alles gibt, aber das sind meistens Stellen in Kantinen oder großen Hotelketten.
Ist für manche sicher das Richtige, aber nicht für mich.
Trotzdem liebe ich meinen Job. Ich arbeite in einem guten Team, das auch gerade in der letzten Zeit immer mehr zusammenwächst. Wir sind engagiert, arbeiten gerne zusammen, kommunizieren miteinander.

Was ich aber auf den Tod nicht ausstehen kann, ist wenn man mich verarschen möchte.

Vor allem, wenn es ums Geld geht. Da hört der Spaß auf. Weder kann, noch will ich es mir gefallen lassen, angelogen zu werden.
Ich gestehe es jedem zu, dass es mal ein Problem mit einer Überweisung geben kann, aber über Monate ein komplettes Küchenteam immer wieder tage- oder in manchen Fällen wochenlang, auf sein Geld warten zu lassen, das geht nicht.
Wir haben Singles, Pärchen und Familien im Team und alle sind auf pünktliche Gehaltszahlungen angewiesen.
Warum also lügt man uns an? Behauptet, das Geld wäre längst überwiesen?
Ich bin bei der gleichen Bank, eine Überweisung dauert in dem Fall, und das hat mir die Bank auf Nachfrage auch bestätigt, keine 5 Minuten.
Ich warte seit 5 Tagen. Leider bin ich gerade krank geschrieben und sitze zuhause.
Es wurde mir mehrmals gesagt, das Geld wäre überwiesen.

Tja, leider ist da nichts.

Bedeuten unseren Chefs Ihre Mitarbeiter so wenig, dass man meint, sie einfach vertrösten zu können, anlügen zu können?

Anscheinend Ja, denn sonst würde es nicht immer wieder passieren.

Und jetzt sitze ich also hier, telefoniere mit Kollegen, schreibe SMS.
Unser Küchenchef hört in knapp 2 Wochen auf, ihm ist inzwischen eh ziemlich egal, was passiert. Sein Nachfolger ist wahrscheinlich auch betroffen, ich habe allerdings im Moment keine Ahnung, was er unternimmt, bzw. ob er sich traut, wirklich den Mund aufzumachen und auf den Tisch zu hauen.
Gegenüber wohnt ein Rechtsanwalt, den wir kennen. Hoffen wir mal, es muss nicht soweit kommen.

Münchhausen