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Schuldzuweisungen

Eigentlich ist das iPhone schuld.
An so einigen Dingen. Im Januar 2010 habe ich mir mein erstes gekauft. Mir selbst zum Geburtstag geschenkt. Davor hatte ich in relativ kurzer Zeit 2-3 andere Telefone, nachdem ich jahrelang zuerst Siemens, dann Nokias hatte. Dann der Umstieg. Alles Dreck. Nur Probleme. Ich hatte genug und dachte, kauf Dir ein iPhone. Alle die eines haben sind begeistert. Schlimmer kann es nicht werden, also versuch es. Ab zur Telekom und ein 3GS aus dem Laden getragen.

3 Tage später habe ich mich bei Twitter angemeldet. Warum kann ich gar nicht mehr genau sagen, aber wie ich eben bin hab ich mich zuerst mal tagelang in die Materie iPhone eingelesen. Foren, Blogs, Tutorials, alles. Wahrscheinlich gab es einfach zuviel Verweise auf Twitter oder so. Egal.

Da war ich also. Neu. Keine Ahnung, wem man folgen soll. Ich hatte Glück und bin ziemlich schnell auf tolle Leute gestossen., denen ich fast zum Großteil auch heute noch folge. Zufall eben.

Durch Twitter hab ich auch viel entdeckt. Menschen, Apps, Dienste, Themen, alles mögliche. Irgendwann kam ein iPad dazu und dann ein Mac. Ich will Windows hier nicht schlecht machen, es ist sicher ein gutes Betriebssystem, aber irgendwie bin ich nie warm damit geworden. Es hat mir einfach nie gefallen. Bedienung, Optik, die unvermeidlich damit verbundenen Probleme , einfach alles. Linux hat mir lange Zeit gute Dienste geleistet und ich hab es mir nicht einfach gemacht. Bin ziemlich schnell bei Arch Linux gelandet und das ist keine Einsteiger Distribution, aber dafür extrem anpassbar, schnell und schlank. Wenn man will. Windows wurde nur noch zum zocken gebootet.

Es gab dann auch Zeiten, da hat sich das wieder etwas verändert, aber das hatte nichts mit Linux zu tun. Es war einfach leichter. Persönliche Umstände eben.

Windows only. Harte Zeiten.

Dann der Mac. Umgewöhnen, einarbeiten. Neue Programme entdecken. Und damit war es dann auch irgendwann klar. Ich blogge wieder. Hab ich früher schon mal getan, aber das vergessen wir am besten gleich wieder. Warum jetzt wieder mehr?

Ich hatte mal wieder Lust darauf und hab mich umgesehen, was, wie und wo. Hab mir auch viele Apps für IOS und Mac angesehen.

Ich mag Texteditoren. Keine Ahnung warum. Unter Linux hab ich auch jeden verdammten Editor ausprobiert, selbst wenn viele für meine Zwecke völlig überdimensioniert waren. Egal, ich mag solche Programm einfach.

Was nimmt man also auf dem Mac? Man will ja nicht gleich viel Geld ausgeben. Die üblichen Verdächtigen ergoogelt, ausprobiert. Byword. Hmmm, mag ich. Gibt es auch für IOS, der Sync funktioniert. Gefällt.

Dann bin ich auf Desk gestossen. Und hatte meinen Favoriten. Es mag Apps geben, die mehr können, aber das ist mir egal. Ich mag vor allem auch einfache, minimalistische Apps, die einfach nur das tun, was sie sollen. Das tut Desk für mich.

Was ich auch sehr zu schätzen gelernt habe, ist die Community, die sich um Desk gebildet hat. Das Forum ist toll.

Ja, ein Forum zur App. Desk ist kein neues Programm. Der Entwickler schreibt seit Jahren daran. Man könnte jetzt sagen, dass da dann doch sicher mehr da sein sollte, aber er legt eben mehr Wert auf Qualität als auf sonstige Dinge. Vorschläge aus der Community werden aber auch gehört, kommentiert und wenn möglich und sinnvoll auch implementiert.

Leider gibt es keine IOS App. War bei meiner Suche eigentlich Grundbedingung, aber es kam nunmal anders. Es wird darüber nachgedacht, aber es wird nichts überstürzt. Lieber eine gute App hinter der man steht, als eine, die zwar funktioniert, die aber nicht das ist, was Entwickler und User wirklich wollen.

Qualitativ hochwertige Software mit gutem Support. Ich liebe es.

Und so sitze ich heute hier und schreibe einen Blogpost mit einer App, die ich mag. Auf einem Gerät das ich mag. Ich mag, wie beides sich anfühlt. Ich mag Qualität.

Wäre auch schlimm, wenn nicht, denn als Koch geht ohne Qualität auch nichts. Und ich bin gerne Koch.

Zurück zum Thema. Es ist schon komisch, aber auf das bloggen bin ich ja auch nur durch Euch gekommen. Die die auf den Link geklickt haben, den ich bei Twitter und so gepostet habe. Die ich nur kennen gelernt habe, durch diese kleine Gerät, das immer bei mir ist, das so sehr ein Teil meines Lebens geworden ist. Mobiltelefone benutze ich seit 1994. Berufsbedingt.

Ich war damals als freiberuflicher Mietkoch unterwegs, oft auch für Personalagenturen und musste erreichbar sein, also hab ich mir ein Handy gekauft. Motorola MicroTac. D2 Mannesmann Vertrag. Aus denen ist später Vodafone geworden. Minutenpreis 1,89 Mark.

2 Akkus waren dabei. Der Kleine für ca. 8 Stunden, der Große für ca. 14 Stunden. Einzeiliges Display. Immerhin erreichbar und die Jobs waren gesichert.

Lange ist es her.

Heute gehe ich morgens aus dem Haus, habe einen Podcast im Ohr, setze mich in den Bus, checke Twitter, schaue in den Feedreader, etc. Lese Euch. Ach, Ihr kennt das ja alles.

Und dann irgendwann in der Nacht komme ich auf die Idee hier was zu schreiben.

Diese kleine Kästchen in meiner Hosentasche hat wirklich mehr Auswirkungen gehabt, als ich jemals gedacht hätte. Es macht Spaß, wieder etwas zu schreiben. Es tut gut, sich etwas von der Seele zu schreiben, wenn es einem schlecht geht.

Und so sitze ich hier mit einem Glas Rotwein und das iPhone ist schuld.

Und es ist gut so.

 

 

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