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Es ist komisch

Es ist komisch

 

Freitag Morgen, 2 Uhr 30,

Irgendwie ist die Lust, etwas zu schreiben in der Nacht am größten

Doof nur, dass Kopf und Körper dann eigentlich gar nicht wollen. Spätschicht. Der Arbeitstag war mal wieder hart, zuviel Stress, zuviel Diskussionen wegen anstehender Wechsel in Team und Chefetage. Das RL kommt dem Kopf, der doch eigentlich mal abschalten möchte, auch immer wieder in die Quere.

Füsse hochlegen, in Ruhe den Feedreader leer lesen, der Fernseher im Hintergrund. Eine Zigarette, evtl. ein Bier oder ein Glas Wein, so ganz in Ruhe. Die Liebste schläft, das Kind ist bei der Oma.

Eigentlich wäre jetzt Zeit, Gedanken zu Papier zu bringen. Oh, Moment, Papier?

Wie sagt man denn dazu, wenn man vor dem Rechner sitzt?

Gibt es da eigentlich ein Wort dafür, eine Redewendung? Egal, kann man ja morgen mal googlen.

Morgen. Ach so, da wollten die Katzenklos und der Staubsauger auch zu ihrem Recht kommen. Und dann waren da ja noch die Artikel im Feedreader, die man gespeichert hatte, weil der Kopf ja sagte, das wäre ihm zuviel für diese Nacht. Zu kompliziert für diese Uhrzeit. Die Rechtschreibung ist um halb 3 in der Nacht auch nicht mehr die Beste. Egal, die Autokorrektur wird es schon richten, zumindest das Gröbste. Der Rest? Wird schon stimmen.

Vielleicht einfach mal drauf los tippen. Ach Nee, da kommt ja eh nur Mist bei raus. Lieber erst mal auf Twitter schauen. Nachttimeline. Schön.

Doof nur, dass der Arbeitstag nicht viel hergibt, über das man schreiben könnte, obwohl ja viel passiert ist, aber es würde einen Roman brauchen, um wenigstens einen Teil zu erklären.

Doof nur, dass die Arbeitszeiten oft einen wirklichen Familienalltag verhindern. Also auch keine lustigen Geschichten dazu.

Über was schreibt man also so in der Nacht? Also nochmal Twitter.

 

 

Na Ja, singen kann ich eh nicht und nebenan schläft die Liebste. Wäre also auch keine Gute Idee. Schmutzige Lieder führen zu schmutzigen Gedanken.

Doof nur, dass Sie schläft.

Doof nur, dass wir eh zu wenig Zeit für uns haben. Also schnell weg mit diesen Gedanken.

Doof nur, dass der Kopf da nicht mitspielt und plötzlich 7 von 10 Stimmen in meinem Kopf plötzlich statt der Tetris-Melodie doch schmutzige Lieder singen.

Sätze schreiben, Sätze löschen. Um die Uhrzeit darf man das.

Ich mag die Nacht, die Stille, den leisen Atem der Liebsten. Die Katze auf dem Schoß schnurrt, der Hund schnarcht leise. Der Kater? Wahrscheinlich auch im Bett.

Es ist ruhig, es ist friedlich.

Es ist schön, hier zu sein.

 

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