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Kategorie: Wir

Pläne

Irgendwie bekommt man ja schon manchmal Angst.
Angst vor sich selbst. Vor den eigenen Plänen. Vor dem, das man sich vornimmt. Vor den möglichen Folgen. Vor einem eventuellen Scheitern.

Die Wohnungssuche zieht sich, es ist kompliziert. Warum also nicht auch nach Häusern suchen? Und der Gedanke an einen möglichen Kauf, in welcher Form auch immer. Ein Haus. Puh, ein großes Ziel. Heute ist es soweit, die erste Besichtigung steht an. Wir sind gespannt. Noch wissen wir nichts über die möglichen Kosten. Der Verkäufer hat erst diese Woche selbst eine Einschätzung bekommen. Es ist also auch gut möglich, dass wir bei der ersten Nennung einer realen Zahl schreiend oder laut lachend das Weite suchen. Oder wir fangen doch an die Sache ernst zu nehmen und das Ganze durchzurechnen.

Dank nicht zahlender Ex-Chefs bin ich leider nicht unbelastet, was das Thema Schufa betrifft. Auch das kann und nur zu gut einen Strich durch die Rechnung machen. Entmutigen lasse ich mich davon aber nicht.

Das Haus, um das es geht ist sicher kein Traumobjekt, aber die Lage ist nicht schlecht für uns und soweit ich es anhand des ersten Kontaktes mit dem Verkäufer mal denke, dürfte der Zustand des ganzen Objektes auch nicht schlecht sein. Hoffen wir mal, dass uns der heutige Tag nicht eines Besseren belehrt.

Ein Haus. Irgendwie kann ich es immer noch nicht so richtig glauben, dass wir das planen. Wir, die Patchworkfamilie mit der langen Geschichte. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Witzverweise gibt es etwas, das mir die Angst etwas nimmt. Oder besser gesagt, das mich das ganze Vorhaben etwas gelassener angehen lässt. Ein kleines Stück Software.

Software? Ja. Ein Programm. In mehreren Aspekten.

YNAB

Warum? Weil YNAB mir in den letzten Monaten etwas gegeben hat, nämlich Kontrolle über meine Finanzen und mir gezeigt hat, dass sogar ich Chaot es schaffe mit meinem Geld umzugehen und am Monatsende nicht im Minus zu landen. Dass es sogar Spaß machen kann, mit Zahlen zu jonglieren. Ich weiss, dass es da draußen viele andere gibt, denen es genauso geht. Wer sich jetzt dafür interessiert, was das für ein Ding ist, nicht von der Website abschrecken lassen. Es wirkt auf den ersten Blick alles ziemlich missionarisch auf die amerikanische Art. Aber alles halb so wild. Tante Google spuckt auch genug dazu aus und den Podcast-Hörern sei die Folge 322 von Bits und so ans Herz gelegt. Zu finden hier:

Bits und So reden über YNAB

Tja, und ansonsten müssen wir eben Glück haben. Also drückt uns die Daumen.

Glück

Es war ein Scheißtag.
So einer von der Sorte, an denen ein Satz den ganzen Tag kaputt macht. Der Dir jede Lust am Job nimmt. Ein Satz. Und das, was danach noch kam.

Ein Tag, der für das ganze Team nicht einfach war. Stress erzeugt Konflikte. Genau das, was wir im Moment nicht noch mehr brauchen.

Im Moment schwirren so viele Gedanken zu dem Thema durch meinen Kopf, dass ich einfach nicht in der Lage bin, das Thema hier vernünftig und einigermassen kurz, aber umfassend zu beschreiben. Es ist alles… Too much.

Und dann kommt man heim, das Kind wacht auf. ist verblüffend fit für 1 Uhr inn der Nacht und man redet.

Man redet. Das Kind sollte ja schlafen um diese Uhrzeit, aber man freut sich, denn durch den Job sehen wir uns einfach zu wenig. Also redet man. Nicht lange. Nicht viel. Eigentlich. Morgen ist ja Schule, man sollte schlafen  aber es tut gut zu reden. Einfach nur gut. Uns beiden. Umarmen, knuddeln. Ins Bett bringen. Küssen. Noch ein paar Sätze über gute und schlechte Träume. Ach, wenn sie wüsste…

 

Dieser 7 Jahre alte Engel hat es geschafft, dass ich diesen Tag, oder besser diese Nacht, denn immerhin ist es jetzt knapp 2 Uhr in der Nacht, mit einem Lächeln beende.

Ich liebe sie dafür.

 

Danke.

 

 

 

Warten

Warten.
Warten ist doof. Vor allem dann, wenn man auf einen wichtigen Anruf wartet. Oder eine Nachricht.

So wie wir hier gerade.

Umziehen müssen oder nicht, das ist die Frage, die uns gerade ziemlich fertig macht. Warum? Wegen evtl. Eigenbedarf des Vermieters. Das Tolle ist, dass wir ziemlich sicher sind, dass er hier gar nicht einziehen möchte, sondern dass es mehr um seine Freundin geht oder seine Eltern dahinter stecken. Familienpolitik in Kleinstadtmetzgereien sozusagen.

Tja, und da sitzen wir jetzt also seit gestern und warten darauf, dass seine Freundin oder wer auch immer sich entscheidet.

Das Kind ist abwechselnd traurig, hippelig oder unbeteiligt, aber wir wissen, wie sehr es sie belastet. Die Liebste ist angespannt bis zum platzen. Extrem viel Arbeit, sich krank fühlen und jetzt auch noch dieses Thema. Wer kann Ihr die Tränen verdenken?

Und ich? Ich platze auch bald. Gestern ging es noch, heute während der Arbeit war schlimm.

Umziehen ist hier gar nicht so einfach, denn die Mieten hier sind nicht gerade billig. Warum wohnen wir auch am Firmensitz der SAP? Ausserdem ist das Kind jetzt gerade mal ein halbes Jahr in der Schule und sie jetzt aus dem Klassenverband zu reissen, das wäre nicht gut. Es hängen zu viele Dinge daran. Die Problematik mit ihrem Vater, eine neue beste Freundin, die ihre Probleme versteht, da sie genau diese kennt, etc. Im Einzugsgebiet der Schule gibt es auch Gegenden, die völlig überteuert sind oder in die man einfach nicht ziehen möchte. Bei 14000 Einwohnern bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Also sitze ich hier, bin froh, dass die Liebste einigermassen ruhig auf dem Sofa schläft und warte. Warte auf einen Anruf, der heute nicht mehr kommen wird.

Vielleicht ist das aber auch ein gutes Zeichen. Jet länger es dauert, bis der Anruf kommt, desto länger wird vielleicht diskutiert, ob oder ob nicht. Es deutet vielleicht darauf hin, dass wir vielleicht Glück haben und hier bleiben dürfen.

Denn hier bleiben, das würden wir gerne.

Und so redet man sich die Wartezeit schön und hofft.

Und wartet.