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Kategorie: Schule

Zu alt

Bin ich mit 49 schon so alt, dass ich nicht mehr verstehe, wie Schule heutzutage funktioniert? Mich wundere, was die Kinder da lernen? Wie sie es lernen?

Ist es seltsam, dass ich denke, dass wir das früher schneller gelernt haben? Und besser? Ich schaue mir an, wie die Kinder schreiben und lesen und wundere mich, was da passiert. Die Überlegung, dass wir früher in der 3. Klasse sicherer im Lesen und rechnen waren, obwohl wir viel Zeit mit Mengenlehre vertan haben.

Ich verstehe auch nicht, warum völlig umständliche Lösungswege unterrichtet werden.

Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt.

Alte Zöpfe

Nun ist es also vorbei.
Das erste Grundschuljahr.

Schnell ging es. Wie im Flug. Schön war es.

Ich kann es noch nicht wirklich glauben, dass sie jetzt schon in die zweite Klasse kommt. Gestern war ich sie doch noch vom Kindergarten abholen. Oder vielleicht auch vorgestern.

Sie ist stolz auf ihr Zeugnis und das kann sie auch sein. Es ist ein gutes Zeugnis, wobei es ja eher eine Beurteilung, denn ein richtiges Zeugnis ist. Natürlich gibt es ein paar Kleinigkeiten, aber damit war zu rechnen, aber das sind zum Teil Dinge, für die sie nichts kann. Die aus den Ereignissen des letzten Jahres, dem Verhalten ihres leiblichen Vaters, seinen Fehlern, resultieren.

Dinge, die nicht nur ihr zu schaffen machen. Dinge, die auch uns oft an unsere Grenzen treiben. Wie soll ein siebenjähriges Kind das also verkraften, ohne dass Spuren zurück bleiben?

Gestern waren wir beim Friseur und sie wollte die Haare kürzer haben. Nicht ganz kurz, nur ein Stück, aber die langen Locken sind jetzt leider Geschichte. Vorbei die Zeit der langen Pferdeschwänze, der wallenden Mähne. Sie sieht anders aus, älter. Auf eine gewisse Weise erwachsener. Wir kommen noch nicht ganz damit klar, denn es hängen so viele Erinnerungen und Gefühle an den verschwundenen Locken. Bei der Liebsten natürlich noch viel mehr, als bei mir. Es ist hart.

Es ist aber auch schön auf eine gewisse Weise. Sie wirkte so erwachsen beim Friseur. Die letzten zwei Male waren wir noch mit einem kleinen Kind dort, gestern war es auf eine Art zwar immer noch ein Kind, aber die junge Frau, die sie einmal werden wird schimmerte schon durch.

Jetzt muss sie es nur noch schaffen, andere alte Zöpfe abzuschneiden und lernen, ihre Meinungen und Gefühle ihrem Papa gegenüber konsequent zu äussern. Viel davon klappt schon und er hat auch sicher gemerkt, dass es so nicht geht. wirklich daraus gelernt hat er aber noch nichts.

Und das weiss sie und es nagt an ihr. Jeden Tag, jede Minute. Wir versuchen, ihr eine Stütze zu sein, immer für sie da zu sein, aber die Mauern, die Enttäuschungen und die Wut, Ja, vor allem die Wut, sind m Moment noch zu groß. Oft genug sind wir die, auf die sie eindrischt in ihrer Wut, verbal und körperlich, aber der Weg auf dem wir sind scheint ein guter zu sein. Zumindest bestätigt uns das unser Umfeld und auch die Beratungsstelle, die wir aufgesucht haben.

Ich freue mich auf das nächste Jahr, die Herausforderungen des zweiten Schuljahres. Wir sind ziemlich dicht am Schulgeschehen dran, ad die Liebste Elternbeiratsvorsitzende ist und wir doch viel mitbekommen. Und das ist gut so. Gestern im Supermarkt trafen wir einen anderen Vater, der erzählte, wie wenig er mitbekommt. Irgendwie traurig. Ich bin froh, dass es hier anders ist.

 

Egal, es sind Ferien, die Schule muss warten.

 

Vorbei

Heute ist der letzte Elternabend des ersten Schuljahres. Es gibt sicher viel zu bereden, zu überdenken.Im Großen und Ganzen sind wir ganz zufrieden, wie das Kind sich entwickelt, wenn nicht immer wieder die familiären Probleme oder genauer gesagt, ihr Papa wäre. Immer, wenn man denkt, es wird besser, dann kommt wieder ein Dämpfer.
Egal, erst mal sehen, was es heute so zu bereden gibt.

Ende Neu

Irgendwie komme ich mir vor wie in dem Song der Eistürzenden Neubauten.Vorbei die Kindergartentage, das Kind ist in der Schule und Sie liebt es.
Klar, kleine Anfangsschwierigkeiten, aber eigentlich läuft es toll.
Ich kann es aber immer noch nicht fassen, dass es wirklich so ist. Dass Sie schon so groß ist.
Ich kenne sie jetzt seit 3 Jahren. Damals haben sich die Liebste und ich nach 17 Jahren wieder getroffen.
Sind es wirklich nur 3 Jahre? Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit.
Ich mag zwar „nur“ der Bonuspapa sein, aber trotzdem bin ich stolz wie Bolle, dass wir es geschafft haben, das Kind in die Schule zu bringen.
Und da ist noch so viel, das auf uns zukommt.
Es wird hart werden manchmal, lustig, chaotisch, laut und leise.
Ich freue mich darauf.