"Enter" drücken, um zum Inhalt weiterzugehen

Kategorie: Familie

Schlüsselerlebnisse 

Es ist schon seltsam, wie die Tage verfliegen.Wie das sogenannte Real Life einfach mal so in die Ritze zwischen Arbeit und Schlaf verschwindet.

Wie einfach so mal eben keine Zeit mehr ist für wichtiges. Oder Zweisamkeit. Oder Haushalt.

Oder einfach nur reden.

Manchmal fällt das erst so richtig auf, wenn man mit dem Feierabendbier gezwungenermaßen vor der Eisdiele unten im Haus sitzt weil man dem Kind seinen Hausschlüssel geliehen hat und jetzt circa 1 Stunde Zeit hat.

Man weiß es ja, aber in diesen Momenten fällt es eben noch mehr auf.

Die Schwiegermutter mahnt schon lange, wir sollen kürzer treten, aber es ist nicht so einfach.

Wir sind es nicht und die Umstände auch nicht.

Was also tun?

Erst mal auf die Liebste und das Kind warten.

Prost.

Zu alt

Bin ich mit 49 schon so alt, dass ich nicht mehr verstehe, wie Schule heutzutage funktioniert? Mich wundere, was die Kinder da lernen? Wie sie es lernen?

Ist es seltsam, dass ich denke, dass wir das früher schneller gelernt haben? Und besser? Ich schaue mir an, wie die Kinder schreiben und lesen und wundere mich, was da passiert. Die Überlegung, dass wir früher in der 3. Klasse sicherer im Lesen und rechnen waren, obwohl wir viel Zeit mit Mengenlehre vertan haben.

Ich verstehe auch nicht, warum völlig umständliche Lösungswege unterrichtet werden.

Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt.

Idioten

Unsere Nachbarn haben eine Katze.

Sie haben sie nicht verdient. Es ist jetzt das zweite Mal in den letzten 2 Wochen, dass sie für mehrere Tage wegfahren und die Katze sich selbst überlassen.

Wir wohnen in einem 4-Parteienhaus und die Nachbarn wohnen unter uns im ersten Stock. Die Katze rauslassen ist kein Problem, rein dagegen schon wenn die Tür zum Hof geschlossen ist und keiner das arme Tier reinlässt.

Wir haben uns schon kurz nach Weihnachten um den kleinen Kerl gekümmert. Futter, Streu und Katzenklo haben wir noch, nachdem unsere Katzen uns beide dieses Jahr verlassen haben um im Katzenhimmel zu schnurren. Das Futter ist auch nötig, denn die lieben Nachbarn haben dem Kater nur diesen  kleine, dreckigen Napf für die ganze Zeit im Treppenhaus da gelassen.

Futternapf

Kaum ist der Kleine hier, da scheint er sich wohl zu fühlen. Er schläft viel, ist plötzlich völlig entspannt, im Gegensatz zu draußen.

Das vernünftige Futter, das er von uns bekommt tut ihm auch gut. Das Fell wird immer besser.

Nur wie es weitergeht, wenn die Idioten unten wieder da sind, das muss sich noch zeigen.

Wir werden da sein.

 

Ruhe

Ich sag es mal so:

Bis jetzt ist Weihnachten von unserer Seite her ziemlich entspannt, nur die Familie leistet sich Zickereien und Kindergarten-Verhalten. Egal, morgen gibt es Raclette und heute Curry. Deren Stress kann mich mal.

 

 

Es wird

Heute erstmal ganz und gar nicht weihnachtlicher Rock’n’Roll. 12 Sänger aus verschiedenen Bands hier aus der Gegend. Da sind richtig gute Leute dabei. Genau richtig, um sich auf Heiligabend einzustimmen. Das volle Brett eben.
Den Weihnachtsstreit haben wir auch irgendwie schon hinter uns. Essen bzw. Einkauf ist auch alles da. Für heute ist auch schon fertig gekocht.
Die Feiertage können kommen.

Fellknäuel

Drei Haustiere in knapp 9 Monaten einschläfern lassen zu müssen. 
Danke für gar nichts, 2016. 
Es fühlt sich einsam an.
 
Egal, ob ausser mir ein menschliches Wesen da ist oder nicht, die Couch und das Bett scheinen leer zu sein. Der Staubsauger wundert sich, warum keine Haare mehr da sind. Es ist komisch, nicht begrüßt zu werden, wenn man heim kommt. Komisch, traurig, seltsam.

Auftritt Nachbarskatze. 

Die Familie unter uns hat einen jungen Kater. er darf raus, nur mit dem wieder in die Wohnung lassen, da hapert es. Sogar sehr. Stundenlang maunzt sich hier ein hungriges Katzenwesen durch das Treppenhaus oder ergattert sich im Schreibwarenladen im Erdgeschoss Futter, das dort inzwischen vorrätig gehalten wird.
Auch wir füttern ab und an. Und schmusen. Dank des, nennen wir es unnetten, Papas unten hat das arme Tier auch vor Männern deutlich mehr Angst als vor Frauen.

Tja, leid tun mir aber die Kinder. Unten und auch unsere Tochter, die das kleine Fellknäuel auch schon in ihr grosses Herz geschlossen hat und sich Sorgen macht, wenn es draussen mal wieder regnet.

Wie es weitergeht? Keine Ahnung. Die Hauptsache ist aber, dass es dem kleinen Kerl gut geht.

Egal wo.

Das Beste ist nicht gut genug

So, ich bin also laut Aussage des Kindes der beste Papa der Welt.
Dabei bin ich noch nicht mal der leibliche Vater.

Und es ist mir egal…

Es macht keinen Unterschied…

Ich habe auch einen leiblichen Sohn, zu dem ich leider keinen Kontakt habe. Warum und wieso soll jetzt nicht das Thema sein. Vielleicht ein anderes Mal. Es ist eine eigene Geschichte, eine lange Geschichte. Nicht heute.

Heute geht es um ein 7 Jahre altes Mädchen, das ich liebe, als ob es meine eigene Tochter wäre. Diesem Mädchen geht es nicht gut, sie leidet. Sie ist wütend, sehr wütend. Sie ist traurig. Sehr traurig. Wir spüren es jede Minute, die sie wach ist. Ein Wunder, dass sie trotzdem schläft. Es ist der Vater. Der leibliche. Alkohol kann ein Fluch sein. Er kann eine Siebenjährige zu Sätzen bringen, die einem das Herz zerreissen. Die einen wütend machen auf den Verursacher. Die Wut hilft nur nicht weiter. Es bringt dem Kind genau gar nichts. Also halten wir irgendwie durch, sind für das Kind da. Trösten es, reden, streicheln, erklären jeden Tag wieder aufs Neue. Versuchen einfach da zu sein, Gute Eltern zu sein.

Wir haben uns auch Hilfe geholt. Professionelle. Eine Beratungsstelle. Irgendwann ist man einfach mit seinem Latein am Ende. Wir scheinen auf einem guten Weg zu sein, zumindest wurde uns das gesagt. Wir scheinen soweit erst einmal alles richtig gemacht zu haben. Das beruhigt zwar irgendwie, gibt Vertrauen in das eigene Tun, aber einfacher wird es nicht. Der tägliche Kampf, die Wutanfälle, die direkt danach bereut werden, die Trauer, die Selbstvorwürfe des kleinen Herzens. Das alles zehrt an unseren Nerven. Vom normalen Real Life zwischen Arbeit, Einkauf und zu wenig Schlaf mal ganz abgesehen.

 

Und dann fallen zwischen all diesem Wahnsinn einfach so ganz nebenbei auf der Couch diese Worte…

Der beste Papa der Welt. Wow.

Sprachlos. Stolz wie Bolle. Glücklich.

 

Und traurig.

 

Denn leider wird sie nicht sagen, ihr seid die besten Papas der Welt. Dafür ist im Moment zu viel Hass, Wut und Trauer in ihr.

Aber vielleicht kann sie es ja irgendwann einmal sagen. Von ganzem Herzen. Das würde mich dann noch viel glücklicher machen, denn es würde bedeuten, dass auch sie es wieder viel mehr sein kann, als es im Moment der Fall ist.

Denn das Beste ist nicht gut genug.