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Kategorie: Alltag

Schlüsselerlebnisse 

Es ist schon seltsam, wie die Tage verfliegen.Wie das sogenannte Real Life einfach mal so in die Ritze zwischen Arbeit und Schlaf verschwindet.

Wie einfach so mal eben keine Zeit mehr ist für wichtiges. Oder Zweisamkeit. Oder Haushalt.

Oder einfach nur reden.

Manchmal fällt das erst so richtig auf, wenn man mit dem Feierabendbier gezwungenermaßen vor der Eisdiele unten im Haus sitzt weil man dem Kind seinen Hausschlüssel geliehen hat und jetzt circa 1 Stunde Zeit hat.

Man weiß es ja, aber in diesen Momenten fällt es eben noch mehr auf.

Die Schwiegermutter mahnt schon lange, wir sollen kürzer treten, aber es ist nicht so einfach.

Wir sind es nicht und die Umstände auch nicht.

Was also tun?

Erst mal auf die Liebste und das Kind warten.

Prost.

Zu alt

Bin ich mit 49 schon so alt, dass ich nicht mehr verstehe, wie Schule heutzutage funktioniert? Mich wundere, was die Kinder da lernen? Wie sie es lernen?

Ist es seltsam, dass ich denke, dass wir das früher schneller gelernt haben? Und besser? Ich schaue mir an, wie die Kinder schreiben und lesen und wundere mich, was da passiert. Die Überlegung, dass wir früher in der 3. Klasse sicherer im Lesen und rechnen waren, obwohl wir viel Zeit mit Mengenlehre vertan haben.

Ich verstehe auch nicht, warum völlig umständliche Lösungswege unterrichtet werden.

Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt.

Ruhe

Ich sag es mal so:

Bis jetzt ist Weihnachten von unserer Seite her ziemlich entspannt, nur die Familie leistet sich Zickereien und Kindergarten-Verhalten. Egal, morgen gibt es Raclette und heute Curry. Deren Stress kann mich mal.

 

 

Tja…

Das war es dann mit dem Rock’n’Roll heute. 
Ein kotzendes Kind ist wichtiger.

Wartezimmer

Wartezimmer sind komisch.

Dieser Zwang zu grüßen, obwohl viele den Anschein erwecken, dass sie doch bitte auf gar keinen Fall aus ihrem Leiden gerissen werden möchten. Andere, meistens der große, stämmige Handwerkertyp, werden aus der Lektüre 3 Jahre alter Frauenzeitschriften gerissen, in die sie fasziniert starren.
Wieder andere warten anscheinend geradezu darauf, dass jeder Neuankömmling auf jeden Fall ein dezentes “Hallo” in den Raum murmelt.
Und wehe dem, der das vergisst. Ja, Blicke können töten und das nach wenigen Sekunden scharf in den Raum gezischte “Guten Tag” aus dem Mund der verkniffen dreinblickenden Dame in der Ecke lässt jeden grußfaulen Eintretenden schuldbewußt zusammenzucken. Außer 16 Jahre alte Teenagern, denen es völlig egal ist, ob Opa Schulz die Platin-Card seines Arztes zum 85 Geburtstag bekommen hat, da er 3 Mal die Woche seine homöopathischen Hühneraugenpflaster von Frau Ingegard, der mürrischen Arzthelferin, aufgeklebt bekommt. Und das seit 25 Jahren. Genau solange starrt Opa dabei der armen Ingegard aber auch ins Dekolleté. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag. Man kennt sich.

Und bitte auch auf keinen Fall in eines der Gesichter schauen, die einen von oben bis unten mustern und versuchen zu ergründen, warum man denn da ist. Man hat sich schnell zu setzen, was von den beiden Patienten rechts und links mit einem unwilligen Grunzen kommentiert wird, während beide ihre Lektüre so drehen, dass man auf keinen Fall auch nur einen Buchstaben erhaschen kann. Handelt es sich dabei um ein Smartphone oder Ähnliches, ist diese Handlung nachzuvollziehen, während der Artikel in der Bunte doch eher unverfänglich erscheint.

Es ist auch für alle Anwesenden die Gelegenheit endlich die eingeschlafenen Beine auszustrecken, was man bis jetzt vermieden hat, um ja kein Geräusch zu machen, das die Meute auf einen aufmerksam macht.

Man sitzt also und starrt auf den Boden und die Schuhe der Anderen. Oder das eigen Smartphone und tippt heimlich den ersten Tweet über den seltsamen Kerl, der vollig zugedröhnt von Wick Day- und Nightmed ein Taschentuch nach dem anderen aus der Tasche zieht. Und versucht natürlich das zu tun, ohne dass die Nachbarn mitlesen. Willkommen im Zirkel. Im Lesezirkel. In der Hölle gibt es sicher ein Archiv an Jahre alten Frauenzeitschriften, die von Zeit zu Zeit in die reale Welt gespült werden.

Es ist ein Wunder, dass noch niemand einen Aufsatz für Smartphones erfunden hat, der den Sichtschutzblenden an Eingabefeldern bei Bankautomaten ähnelt. Wahrscheinlich wäre es ein Verkaufsschlager.

Manchmal treffen sich ja auch Bekannte im Wartezimmer. Das peinliche Nichtgespräch, dass dann stattfindet, da man ja nicht laut reden darf ist auch nicht besser als die geflüsterte Krankheitsgeschichte einer Schuppenflechte im Intimbereich, da in der Stille des Wartezimmers jedes Wort wie Donner hallt. Und alle hören zu. Ob sie wollen oder nicht und es ist zu befürchten, dass 95% der Anwesenden wollen. Tratsch ist ein Monster, das gefüttert werden will und ein Wartezimmer ist sein persönliches Schlaraffenland.

Keiner versteht, wann wer warum aufgerufen wird ausser der Dame mit der strengen Frisur, die am Empfangstresen über das Buch wacht. Über Termine und überhaupt über alles. Fräulein Rottenmeier wäre ein Engel dagegen. Irgendwann aber geht die Tür auf und der eigene Name wird aufgerufen. Die Zurückbleibenden murmeln leise Flüche und wünschen sich, doch damals den Volkshochschulkurs ‘Voodoo für Anfänger’ belegt zu haben. Man steht auf, überlegt kurz, sich zu verabschieden, lässt sein Buch fallen, murmelt zu laut “Scheisse!”, entschuldigt sich und flüchtet schnell vor den vorwurfsvollen Blicken der Rentner und Hausfrauen.

Eltern werden sich jetzt denken, Hmm, hört sich ja ganz angenehm an im Gegensatz zu dem, was in Kinderwartezimmern so los ist, aber das ist ein anderes Thema. Eines das mit biologischer Kriegsführung und militärischem Umgangston zu tun hat. Die Betroffenen wissen, was ich meine.

Alles doof

Es gibt diese Tage, das möchte man aus vollem Herzen nur noch ein
 

„Es ist doch eh alles scheissegal!“

 

in die Welt hinaus brüllen.

Aber man kann nicht, weil eben nicht alles egal ist, egal, wie scheisse es gerade ist.

Ach, Scheisse!

Harmlos

Man kennt das ja…
Da denkt man gerade mal wieder so ganz gemütlich gar nichts und dann kommt das Leben um die Ecke und fickt dich mal eben so ganz nebenbei von der Seite voll ins Knie. Einfach so. Ohne Grund.

Dieses Leben ist schon ein fieser Hund. Wiegt Dich in Sicherheit, lässt zu, dass der Alltag einen einlullt und dann…

Peng.

Genau zwischen die Augen. Mit der 45er.

Eigenbedarf. Eigentlich ein harmloses Wort. Haben wir doch alle. Eigenbedarf. Dumm nur, wenn es um den eigenen Lebensraum, das Heim, das Nest geht. Da hört der Spaß auf und in dem eigentlich harmlosen Wort zeigt sich des Teufels grinsende Fratze und nimmt sich mal, so ganz nebenbei, Dein Knie vor.

Und Du merkst, wie sehr der Alltag, die Arbeit, die kleinen, alltäglichen Dinge in den letzten Monaten eigentlich gestresst haben und das so sorgsam aufgebaute Gerüst aus „Ach, das wird schon“ und „Geht schon“ einfach so zusammenbricht und das Nervenkostüm seiner letzten Hüllen beraubt. 

Noch ist nichts endgültig entschieden und wer mag, der darf uns am Donnerstag Abend die gesammelten Daumen und Zehen drücken.

Bis dahin können die Liebste und ich uns leider viel zuwenig in die Arme nehmen, da die Arbeit es leider nicht anders zulässt und wir uns kaum sehen oder einfach auch so zuviel zu tun haben. 

Vielleicht geht ja auch alles gut und das Ganze löst sich in Luft auf. Die Chance dazu ist da. Einschätzen können wir es nicht, da wir die Person, von der es abhängt, leider nicht kennen.

Bis dahin heisst es hoffen, dass die Wohnung nicht gefällt.


Und ich geh dann mal Knieschützer kaufen.