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Kategorie: Allgemein

Fellknäuel

Drei Haustiere in knapp 9 Monaten einschläfern lassen zu müssen. 
Danke für gar nichts, 2016. 
Es fühlt sich einsam an.
 
Egal, ob ausser mir ein menschliches Wesen da ist oder nicht, die Couch und das Bett scheinen leer zu sein. Der Staubsauger wundert sich, warum keine Haare mehr da sind. Es ist komisch, nicht begrüßt zu werden, wenn man heim kommt. Komisch, traurig, seltsam.

Auftritt Nachbarskatze. 

Die Familie unter uns hat einen jungen Kater. er darf raus, nur mit dem wieder in die Wohnung lassen, da hapert es. Sogar sehr. Stundenlang maunzt sich hier ein hungriges Katzenwesen durch das Treppenhaus oder ergattert sich im Schreibwarenladen im Erdgeschoss Futter, das dort inzwischen vorrätig gehalten wird.
Auch wir füttern ab und an. Und schmusen. Dank des, nennen wir es unnetten, Papas unten hat das arme Tier auch vor Männern deutlich mehr Angst als vor Frauen.

Tja, leid tun mir aber die Kinder. Unten und auch unsere Tochter, die das kleine Fellknäuel auch schon in ihr grosses Herz geschlossen hat und sich Sorgen macht, wenn es draussen mal wieder regnet.

Wie es weitergeht? Keine Ahnung. Die Hauptsache ist aber, dass es dem kleinen Kerl gut geht.

Egal wo.

Unverfroren

Zwei Restaurants. Gegenüber. Man kennt sich.  

Was denkt sich jemand, der im einen Restaurant während der Arbeit beim klauen erwischt wird und des Ladens verwiesen wird und dann direkt in den Laden gegenüber geht und nach einem Job fragt? 

Zwischen erwischt werden und der Frage lagen keine 2 Minuten.  

Der „alte“ Chef kam zu uns auf die andere Straßenseite, um uns zu sagen, dass die werte Dame gerade bei ihm geflogen war.

Wie schmerzbefreit muss man sein, um so etwas zu bringen? 

Barbecue Chips

                                                                                 2004-2016

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Eine kleine, verschmuste Katze, die Barbecue Chips liebt. Und NicNacs. Dafür hat sie alles stehen und liegen lassen. Die immer für einen da war, wenn es mal mies lief. Die einfach unendliche Liebe gegeben hat.

Wir werden Dich vermissen.

Adieu

Ein Anruf. Mit Tränen in den Augen. Die Stimme braucht ein paar Worte, bis sie richtig funktioniert.Die Tierklinik.
Gestern waren wir dort mit einer unserer Katzen. Seit Tagen frisst sie nicht mehr, liegt nur an einem ihrer Lieblingsplätze. Anzeichen von Nierenproblemen. Die Worte des Arztes zerstören jede Hoffnung. Leberkrebs. Keine Hoffnung. Nicht behandelbar. Es gibt nur die Möglichkeit, das Leiden zu verkürzen. Sie hat zwar keine Schmerzen, aber sie würde vor unseren Augen verhungern, da sie fast nichts frisst.
Wir durften sie dann wieder mit nach Hause nehmen. Um uns zu verabschieden, um den Kind die Möglichkeit zu geben, Abschied zu nehmen.
Das Kind.
Wie erklären wir ihr, was passiert? Ihr, die durch die Familiengeschichte von Verlustängsten gequält wird. Die mit solchen Dingen noch viel weniger klar kommt als wir Großen.
Jetzt also wohl ein Termin am Freitag. Ich sehe die Tränen in den Augen der Liebsten, kann meine kaum unterdrücken. Arbeiten gehen, die Gedanken spielen verrückt. Wir müssen stark sein. Das Kind braucht uns. Noch war sie nicht wirklich mit dem Tod konfrontiert, zumindest nicht so nah. Noch glaubt sie an den Weihnachtsmann, den Osterhasen. Sie weiß zwar, dass die Katze Krebs hat, aber realisiert noch nicht, was das bedeutet. Und uns fällt die Aufgabe zu, ihr die harte Realität zu erklären. Ihr weh zu tun.
Die momentane Situation mit ihrem leiblichen Vater machen es nicht besser, im Gegenteil. Die nächsten Tage, eventuell Wochen werde der blanke Horror werden. Der Kater und der Hund werden vermutlich auch durch die Wohnung streifen und die verschwundene Schwester und Freundin suchen.
Das Grauen und die Trauer haben einen Namen. Freitag. Die Tränen kommen schon jetzt. Auch hier im Bus, auf dem Weg zur Arbeit, während ich das hier schreibe.

Alles doof

Es gibt diese Tage, das möchte man aus vollem Herzen nur noch ein
 

„Es ist doch eh alles scheissegal!“

 

in die Welt hinaus brüllen.

Aber man kann nicht, weil eben nicht alles egal ist, egal, wie scheisse es gerade ist.

Ach, Scheisse!

Das Beste ist nicht gut genug

So, ich bin also laut Aussage des Kindes der beste Papa der Welt.
Dabei bin ich noch nicht mal der leibliche Vater.

Und es ist mir egal…

Es macht keinen Unterschied…

Ich habe auch einen leiblichen Sohn, zu dem ich leider keinen Kontakt habe. Warum und wieso soll jetzt nicht das Thema sein. Vielleicht ein anderes Mal. Es ist eine eigene Geschichte, eine lange Geschichte. Nicht heute.

Heute geht es um ein 7 Jahre altes Mädchen, das ich liebe, als ob es meine eigene Tochter wäre. Diesem Mädchen geht es nicht gut, sie leidet. Sie ist wütend, sehr wütend. Sie ist traurig. Sehr traurig. Wir spüren es jede Minute, die sie wach ist. Ein Wunder, dass sie trotzdem schläft. Es ist der Vater. Der leibliche. Alkohol kann ein Fluch sein. Er kann eine Siebenjährige zu Sätzen bringen, die einem das Herz zerreissen. Die einen wütend machen auf den Verursacher. Die Wut hilft nur nicht weiter. Es bringt dem Kind genau gar nichts. Also halten wir irgendwie durch, sind für das Kind da. Trösten es, reden, streicheln, erklären jeden Tag wieder aufs Neue. Versuchen einfach da zu sein, Gute Eltern zu sein.

Wir haben uns auch Hilfe geholt. Professionelle. Eine Beratungsstelle. Irgendwann ist man einfach mit seinem Latein am Ende. Wir scheinen auf einem guten Weg zu sein, zumindest wurde uns das gesagt. Wir scheinen soweit erst einmal alles richtig gemacht zu haben. Das beruhigt zwar irgendwie, gibt Vertrauen in das eigene Tun, aber einfacher wird es nicht. Der tägliche Kampf, die Wutanfälle, die direkt danach bereut werden, die Trauer, die Selbstvorwürfe des kleinen Herzens. Das alles zehrt an unseren Nerven. Vom normalen Real Life zwischen Arbeit, Einkauf und zu wenig Schlaf mal ganz abgesehen.

 

Und dann fallen zwischen all diesem Wahnsinn einfach so ganz nebenbei auf der Couch diese Worte…

Der beste Papa der Welt. Wow.

Sprachlos. Stolz wie Bolle. Glücklich.

 

Und traurig.

 

Denn leider wird sie nicht sagen, ihr seid die besten Papas der Welt. Dafür ist im Moment zu viel Hass, Wut und Trauer in ihr.

Aber vielleicht kann sie es ja irgendwann einmal sagen. Von ganzem Herzen. Das würde mich dann noch viel glücklicher machen, denn es würde bedeuten, dass auch sie es wieder viel mehr sein kann, als es im Moment der Fall ist.

Denn das Beste ist nicht gut genug.

 

 

Umgangsformen

Es ist schon komisch mit den Menschen.
Vor einiger Zeit habe ich in einem Gespräch nach Feierabend an meinem letzten Tag vor dem Urlaub mit meinem Küchenchef und seinem Stellvertreter dem Küchenchef einige Dinge gesagt, die ihm nicht passten. Ich habe ihn, bzw. beide kritisiert. Ihr Vorgehen, Arbeitsweisen und Personalplanung in Frage gestellt. Klar gesagt, er habe von Personal- und Teamführung keine Ahnung.
Warum?
Weil ich dieser Meinung war und bin und es Zeit war, dass jemand den Mund aufmacht.
Seine Konsequenz: Eine Kündigungsankündigung per WhatsApp ein paar Tage später und ein Brief im Briefkasten noch während meiner Woche Urlaub.
Per WhatsApp. Ohne weiteres persönliches Gespräch, ohne Abmahnung, ohne Begründung.
Kann man machen, ist aber…Nun Ja, Sie wissen, was ich meine.
Kündigungsschutzklage. Weiterführung des Arbeitsverhältnisses. Kollegen, die nicht verstehen, was eigentlich los war. Die mir zustimmen. Die Gründe nicht verstehen.
Also weiterarbeiten. Kein Wort von einem der Chefs. Ich arbeite einfach wieder. Als ob nichts gewesen wäre. Nur die Kollegen erkundigen sich.
Nach einer Woche werde ich krank. Der Rücken mal wieder. Nichts Neues. Einmal Bandscheiben, immer Bandscheiben sozusagen. Eine Woche krank daheim, dann weiterarbeiten. Es wird schon gehen.
Tja, der Teufel ist ein Eichhörnchen…
Eine Woche später Schmerzen im Fuß. Nicht auftreten können. Die Frühschicht noch weitermachen bis die nächsten zur Spätschicht kommen,damit der Kollege nicht alleine die Frühschicht fertig machen muss. Schmerzen.
Diagnose am nächsten Tag: Sehnenscheidenentzündung im Fußballen. Am großen Zeh. WTF?

Ich wusste nicht mal, das man so etwas haben kann. Ändern kann ich es aber auch nicht.

Nach dem Arztbesuch der Anruf bei der Arbeit und die Krankmeldung.
Der nächste Tag.
Eine Nachricht auf dem Telefon.
Ja, wieder WhatsApp.
Ich lese die Nachricht zweimal. Dreimal. Mache als erstes einen Screenshot. Rufe die Liebste bei der Arbeit an und schicke ihr dann den Screenshot. Sie ist sprachlos. Ihr Chef übrigens auch.
Warum?
Weil die Nachricht nur aus persönlichen Beleidigungen und Drohungen besteht. Es ist von „Pussy“ und „Kollegenschwein“ die Rede.
Ich verstehe nicht, wie man sich als Vorgesetzter so gehen lassen kann. Ja, es ist Urlaubszeit und ich bin nicht der Einzige, der krank ist, aber darf man als Führungskraft so mit seinen Mitarbeitern umgehen? Ich denke nicht. Ich denke auch nicht, dass andere kranke Kollegen solche Nachrichten bekommen haben. Ich aber habe kritisiert, meine Meinung gesagt. Die Teamführung angeprangert, die Führunsqualitäten in Frage gestellt.

Anscheinend zu Recht.
Und ich werde es wieder tun.